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Reformierte Kirchgemeinde

Kontakt

Pfarrer:
David Last
, Via Cresta 10, 7152 Sagogn, Tel : 081 921 68 55,
Natel : 079/ 265 22 08
dlast@gmx.net

Kirchenpflege

Präsidentin:
Annalisa Candrian-Bertogg, Via Casut 3, 7152 Sagogn, Tel. 081 921 62 08
annalisa.candrian@bluewin.ch

Vizepräsident:
Heinz Welter, Via Lieptgas 4, 7031 Laax, Tel. 081 921 50 59

Kassierin:
Alice Cavelti-Depuoz, Via Teit sut 1, 7152 Sagogn, Tel. 081 921 69 20

Aktuarin:
Amanda Beeli-Coray, Via Suloms 1, 7152 Sagogn, Tel. 081 921 25 05

Archivarin, verantw. Religions-Unterricht:
Claudia Palaia-Ragettli, Via Streglia 17, 7031 Laax, Tel 081 921 51 50

Katechetin:
Gabriela Goll, Via Sut Curtgin 18, 7141 Luven, Tel. 081 925 16 06

Organisten:
Giusep Tschuor, Via da Laax, 12, 7152 Sagogn, Tel. 081 921 66 40/052 343 75 31
Ralf Beer, Via Vitg sut 13, 7151 Schluein, Tel. 079 481 45 86
Heidi Casutt-Cathomen, Via Chintguns 4, 7153 Falera, Tel. 081 921 23 20

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Die Reformierte Kirchgemeinde Sagogn-Laax-Falera
Die alte Kirche S. Maria in Sagogn war einst Mittelpunkt einer ausgedehnten Kirchgemeinde, welche im Mittelalter nebst Sagogn die Dörfer Laax, Schluein, Castrisch, Sevgein, Riein und Pitasch umfasste und von Prämonstretensermönchen des Klosters S. Luzi in Chur betreut wurde. Ab 1524 gehörte nur noch Schluein dazu. Der letzte Hauptpfarrer, Christian Hartmann, trat um 1525 zur Reformation über, verliess die Pfründe von Sagogn und wurde Pfarrer und Reformator von Thusis. Die folgende Entwicklung ist zunächst wegen fehlender Urkunde nicht genau bekannt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts bekannte sich eine ansehnliche Minderheit von Sagogn zum reformierten Glauben. Es herrschte zu dieser Zeit eine eher libertäre und tolerante Haltung im Verhältnis zwischen den Konfessionen; zahlreiche Personen verhielten sich indifferent und bekannten sich weder als Katholiken noch als Reformierte. Prominente Familien des niedern Adels (Junker), wie de Jochberg, de Montalta, de Casut neigten der Reformation zu, ohne zunächst den Glaubenswechsel offiziell vorzunehmen.

In Zusammenhang mit der gegenreformatorischen Bewegung kamen um 1630 Geistliche aus der Kapuziner-Mission von Brescia nach Graubünden; solche betreuten nun auch die Kirche von Sagogn und verlangten nach einem eindeutigen religiösen Bekenntnis der Einwohner. Um 1633 soll die Bevölkerung von Sagogn und Schluein zusammen 330 Katholiken, 120 «Neutrale» und 110 Reformierte gezählt haben. Die relative Toleranz dauerte während des Wirkens der Kapuziner bis 1649 und unter deren Nachfolger, dem Weltgeistlichen Augustin Wendenzen, an. Die Angehörigen der reformierten Minderheit konnten in der Kirche S. Maria nach den Katholiken ihren Gottesdienst abhalten, ihre Kinder taufen und ihre Toten auf dem dortigen Friedhof begraben. Ihre Kulthandlungen besorgten die Pfarrer aus Ilanz oder Castrisch.

Nachdem sich in der Gerichtsgemeinde der Gruob 1693 die katholischen Gemeinden vorübergehend von den reformierten trennten und in Sagogn seit 1695 ein intoleranter Geistlicher, Dr. Caspar Jagmet, amtete, radikalisierte sich die Situation. Nun verwehrten die Katholiken den Reformierten den Zugang zur Kirche; diese mussten Predigt und Taufe in einem Privathaus (heutiges Pfarrwohnhaus, ehemals Casa Casut) abhalten. Ebenfalls versuchten die Katholiken 1701, die Reformierten am Bau einer Kirche zu hindern. Trotz Interventionen von Seiten der Drei Bünde kam es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen mit Blutvergiessen. Schliesslich standen sich zwei Armeen aus Kontingenten der Drei Bünde im Raume der Gruob einander gegenüber, und es drohte ein unheilvoller Bürgerkrieg. Im letzten Moment siegte die Vernunft. Weise Männer aus beiden Lagern vermittelten einen Friedensvorschlag, wonach die Truppen abzogen, die Schuldigen bestraft wurden und den Reformierten von Sagogn das Recht der freien Religionsausübung und der Bau einer eigenen Kirche zugesichert wurde. Diese Ereignisse gingen in die Geschichte ein unter dem Namen «Sagenser Handel».

1743 endlich konnten die reformierten Kirchgenossen von Sagogn den Neubau einer eigenen Kirche realisieren, grösstenteils aus eigenen Mitteln, zum Teil aber auch mit Kollektengeldern aus Nah und Fern. Hauptförderer dieses Gotteshauses war der alt Landammann Jacob von Casut gewesen, der viel Geld und Zeit – er stellte u.a. das Areal Cresta mit Umschwung unentgeltlich zur Verfügung – in das Vorhaben investierte. Die Inschriften an der Fassade – «Wenn Gott mit uns ist, wer sollte gegen uns sein? / Gott allein Ehre!» – zeugen vom reformatorischen Geist und Bewusstsein der jungen Kirchgemeinde. Im Zusammenhang mit dem Kirchenbau schufen sich die Glaubensgenossen eine Kirchenordnung und errichteten auch eine Stiftung für den Unterhalt eines eigenen Pfarrers und eine evangelische Dorfschule. 1847 bauten sie aus eigenen Mitteln ein neues Pfrundgebäude (Casa parvenda) auf Crestas in unmittelbarer Nähe der Kirche.

Zur Kirchgemeinde von Sagogn zählten im 18. und 19. Jahrhundert auch einige Familien von Falera (Cabrin und Seeli), die u.a. ihre Toten hierher begruben. Im 20. Jahrhundert wurde das Pfarramt von Sagogn mit Valendas vereinigt, und der Pfarrer nahm im Pfarrhaus in Valendas Wohnsitz. Seit ca. 1990 ist Sagogn wieder Pfarrwohnort und Mittelpunkt einer neu organisierten Kirchgemeinde, die auch Reformierte von Laax und Falera mitumfasst.

 

Dr. Martin Bundi
 

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März 2017

 

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